Der Bionator besteht aus 3 Komponenten:
Kunststoffbasis
Die Bionator-Kunststoffbasis besteht aus einer oberen und einer unteren Komponente und ist zu einem Monoblock verbunden.
Der Oberkieferbasisanteil hat eine Ausdehnung von der distalen Kante der Eckzähne bis zum Ende des letzten durchgebrochenen Zahnes. Die Kunststoffbasis hat eine Ausdehnung zum Gaumen hin von ca. 3-4 mm ab Gingivalsaum.
Der Unterkieferbasisanteil reicht distal vom letzten durchgebrochenen Zahn bis zu den Lingualflächen der Incisivi. Der Basisabschluß im Schneidekantenbereich der Frontzähne hat eine glatte, ideale Rundung. Die linguale Extension der Basis reicht 3 - 4 mm unterhalb der Gingivalgrenze in Richtung Mundboden.
Die Bionatorbasis wird abgestützt mittels okklusaler Aufbisse die ¾ der Okklusalflächen der Seitenzähne bedecken. Die der Zunge zugewandte Seite ist konkav in Höhe der Kauebenen auszuarbeiten. Die Zunge wird sich hier später „einbetten". Ein ausreichendes Platzangebot für das Zungenbändchen ist auszuarbeiten. Der Bionotar ist in seiner Gesamtheit so auszuarbeiten, dass der locker im Mund liegt und nicht klemmt. Das heißt, unter sich gehende Gebiete müssen begradigt werden, z.B. die lingualen Alveolarseiten des Unterkiefers bis hin zu nach innen gekippten Zähnen.
Alle Oberflächen die der Zunge zugewandt sind sowie die Abschlusskanten des Bionators erhalten eine glatte und hochglänzende Politur. Der den Zähnen und den Alveolarfortsätzen zugewandte Kunststoff sollte einen glänzenden Schliff haben.
Insidertipp:
Nach dem Ausarbeiten mit einer Fräse versiegelt man den Kunststoff mit etwas Poliermilch (kein Bimsstein).
Die okklusalen Kästchen (detaillierte Informationen unter Einschleiftipps) sollten keine Politur erhalten.
Zu beachten ist weiterhin, dass die zweiten Molaren in der Planungsphase des Gerätes einzubeziehen sind. Sollten diese sich im Durchbruch befinden oder bald durchbrechen, sollten die Okklusalkästchen für diese Zähne eingeplant werden, um den Durchbruch steuern zu können.
Der Zungenbügel oder die Coffinfeder
Die Coffinfeder wird aus Ø1,2 mm hartem Draht gebogen und mit einem Abstand von 1 mm zum Gaumen in die Kunststoffbasis, Region des ersten Prämolaren oder ersten Milchmolaren eingelegt. Die Retentionsanteile extendieren im Kunststoff bis zu den distalen Kanten der ersten Molaren.
Der Labialbogen mit den Buccinatorschlaufen
Hergestellt wird der Labialbogen aus Ø 0,9 mm hartem Draht und verläuft 1 mm abstehend von den Papillenspitzen bzw. im obersten Drittel der Labialfläche der Oberkieferfrontzähne bis zur Distalkante der 2. Schneidezähne. Er wird nun unterhalb des Eckzahnkontaktpunktes leicht in 45° nach distal abgewinkelt in Richtung Papillenspitze des ersten Unterkieferprämolaren. Von hier aus folgt der Draht parallel der Okklusionsebene bis zum anterioren Drittel des ersten Molaren. Eine U-Schlaufe wird nach oben gebogen und führt wieder parallel der Oklussionsebene in Richtigung des ersten oberen Prämolaren zurück. Der Draht wird zwischen Eckzahn und ersten Prämolar über die Kauebene gebogen. Es ist darauf zu achten, dass der Draht nicht die Zähne berührt, d. h. ca. 2 mm Kunststoff liegen dazwischen. Der Appendix endet in der Bionator-Basis und liegt distal zeigend in der Mitte der Oklussionebene. Bei der Herstellung ist weiterhin darauf zu achten, dass Drahtübergange in die Basis nicht den Durchbruch der Canini stören.
Insidertipp:
Nach Beendigung des Biegeprozesses eines intermaxillären Labialbogens ist es nützlich ein Stück dünnen, enganliegenden Silikonschlauch über die Drahtenden zu schieben. Der Silikonschlauch soll den Bereich, in dem der Draht in den Kunststoff eintritt schützen vor allem während des Ausarbeitungsprozesses. Weiterhin erhält man dadurch einen weichen Übergang zwischen Draht und Kunststoff und mindert maßgeblich die Bruchanfälligkeit des Drahtes.
Insidertipp:
Eine Dreifingerzange sollte zum Biegen der Drähte nicht verwendet werden. Diese verursacht einen unschönen Biegeverlauf, beschädigt den Draht und bewirkt somit eine unnötige frühzeitige Materialermüdung bzw. eine Bruchstelle.
Die Buccinatorschlaufe kann auch dünn mit Kunststoff gefüllt werden. Dies ist indiziert, wenn die Wangenschleimhaut sich schmerzhaft in die Schlaufe einlagert.
Wir bauen diese Seite weiter aus und beschreiben den Umkehrbionator und den Abschirmbionator.